Bayern schon wieder eine Übermannschaft?

Es ist inzwischen fünf Jahre her, da gewannen die Bayern zu Saisonbeginn in Bremen mit 4:0 und alle schrieben in den folgenden Tagen von der „Übermannschaft“ Bayern München. Nun haben die Bayern am vergangenen Wochenende wieder in Bremen gewonnen und stehen ohne Punktverlust an der Tabellenspitze.

Da habe ich mich erinnert, dass ich an dem Montag nach dem Spieltag der Saison 07/08 folgende Kolumne im Kicker geschrieben habe:

Von sogenannten Übermannschaften

Wissen Sie, was negatives Googeln ist? Bei diesem Spiel gibt man einen Begriff in eine Internetsuchmaschine ein und versucht möglichst wenige, aber mindestens einen Treffer zu erzielen.

Mit dem Unwort „Übermannschaft“ hätte man vor zwei, drei Monaten vermutlich noch ordentliche Ergebnisse erzielen können. Jetzt nicht mehr – 17.700 Treffer!

Welcher Medienvertreter auch immer als erster diesen Begriff im Zusammenhang mit dem neuen FC Bayern München verwendet hat, er hat eine Lawine losgetreten.

Selbstverständlich leugnen die Bayern selbst und auch die Konkurrenz jeglichen Wahrheitsgehalt dieser These: „Die Bayern sind keine Übermannschaft!“, heißt es übereinstimmend von Frings und Kahn. Trotzdem – diese Beteuerungen klingen  wahlweise ehrfürchtig (bei der Konkurrenz), wahlweise geschmeichelt (bei den Bayern).

Der 4:0 – Sieg der Bayern in Bremen wird vermutlich alle die bestärken, die die Bayern für unschlagbar erklären. Aber das ist natürlich nicht die Wahrheit. Das Spiel in Bremen hatte wie jedes Spiel seine besondere Geschichte: man sah eine sehr gute Bayern-Mannschaft mit einigen überragenden Akteuren, aus denen Franck Ribéry noch deutlich herausragte, und man sah ein angeschlagenes Werder-Team, das schon nach dem nicht ganz zweifelsfreien Elfmeter an Luca Toni, spätestens aber mit dem 0:2 in sich zusammenbrach und die Bayern zu einem ungefährdeten Sieg einlud.

Werder steht vor schweren Wochen und Bayern steht vor vielen grandiosen Siegen. Dennoch ist es eine Binsenweisheit, dass die Saison noch jung ist und viel passieren kann. Werder kann sich für die Champions League qualifizieren und wird vielleicht bald Fahrt aufnehmen und Bayern ist noch nicht Meister. Das hat auch Ottmar Hitzfeld in seinen wohltuend bescheidenen Aussagen nach dem Spiel bestätigt.

Also, liebe Kollegen in den Redaktionen: lasst das Wort „Übermannschaft“ mal lieber im Laptop, sonst wird es sicher zum Unwort des Jahres.

Und übrigens gelang mir kürzlich beim negativen Googeln mit einem anderen Begriff ein absolutes Topergebnis – nämlich nur 2 Treffer: der Begriff lautete „Außenseitermeister“!

Wird auch mal wieder Zeit, über Werder zu schreiben. Im Grunde haben sie bis hierhin das geschafft, was ich mir erhofft hatte: sie spielen mutig, treten als Team auf, begeistern (meistens) die Fans und geben uns allen jedenfalls das Gefühl, dass sich da eine Mannschaft entwickelt, die nach und nach wieder zum Herausforderer in der Liga werden kann.

Dass noch nicht alle Ergebnisse optimal sind und dass auch die Leistungen noch Schwankungen unterliegen, dürfte für alle, die sich ein wenig auskennen, keine Überraschung sein. Werder hat ein komplett neues und zudem sehr junges Team zusammengestellt, ein wenig Geduld ist also mehr als angebracht.

Schauen wir mal, wie sich alles in den nächsten Wochen entwickelt …

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