You’ll never beat the Irish

Vor dem heutigen WM-Qualifikationsspiel in der irischen Hauptstadt Dublin habe ich mich an das Jahr 1994 erinnert, als ich während der WM in den USA auf der grünen Insel Urlaub machte und so manches Spiel in irischen Pubs anschaute.

Die Stimmung war schon damals grandios, insbesondere, als die Iren ihr Auftaktspiel in NYC gegen Italien mit 1:0 gewannen und in den irischen Medien der Traum vom Titel aufkeimte! Am Spieltag waren, wenn ich mich recht erinnere 20.000 irische Fans nach New York geflogen, um beim Spiel dabei zu sein, viele von ihnen vermutlich ohne Ticket!

Bei allen Spielen mit irischer Beteiligung ging es in den Pubs hoch her und neben dem Song, den ich im Titel verwendet habe wurden auch solche Zeilen wie …

Say – oooppps aaahhh, Paul Mc Graw …

oder

Come on you boys in green, come on you boys in green!

gesungen. Bestimmt werden wir heute Abend wieder großartige „grüne“ Fans erleben, genau wie bei der EM im vergangenen Sommer.

Aber trotz aller Fanbegeisterung und trotz eines leidenschaftlichen italienischen Trainers werden (hoffentlich) am Ende die Deutschen gewinnen. Aber wenn die Iren etwas sind, dann sind sie leidensfähig, da braucht man sich nur die Geschichte dieses sympathischen Volkes anschauen! 😉

One Nation Cup 2013

PLAY FOOTBALL – WIN FRIENDS –

In der vergangenen Woche war der Bürgermeister der türkischen Partnerstadt Izmir in Bremen und hat bei einem Empfang, zu dem auch mein ONC-Partner Ulli Barde und ich eingeladen waren, verkündet, dass die Stadt Izmir grundsätzlich den nächsten One Nation Cup 2013 austragen möchte.

In den kommenden Wochen werden Ulli und ich nach Izmir reisen, um Details mit den lokalen Organisatoren zu besprechen. Natürlich werden dann im nächsten Jahr auch Teams aus Bremen und Durban, den bisherigen Austragungsorten, dabei sein. Außerdem gehören inzwischen einige Dinge definitiv zum Konzept des ONC:

  • alle Kontinente werden vertreten sein.
  • Mädchen und Jungen-Teams spielen in Parallelturnieren, aber in einem Festival.
  • alle Teams sind U15-Teams.
  • lokale Patenschulen werden in den ONC integriert.
  • neben dem Fußball gibt es ein breites „Kulturprogramm“.

Wahrscheinlicher Termin für den ONC 2013 ist Mai/Juni 2013. Ich freue mich schon drauf!

www.onenationcup.de

„5 aus 11“ – Die ganze Lösung

Hier die ganze Auflösung zu „5 aus 11“ … mit ein paar Anmerkungen:

1. Uli Hoeneß ist der beste Manager der Bundesligageschichte.

Richtig.

UH hat den FC Bayern groß gemacht, das muss ich auch als Werderaner neidlos anerkennen!

2. Sammer und Bayern, das passt einfach nicht zusammen.

Richtig.

Auch wenn der grandiose Auftakt der Bayern etwas Anderes zu sagen scheint, auf lange Sicht wird das nicht gut gehen!

3. Dortmund hätte ohne Klopp genauso viel Erfolg.

Falsch.

Dortmund und Klopp passt wie die Faust auf’s Auge, ohne ihn wäre die Borussia nicht da, wo sie ist. Zorc und Watzke und vor allem das Team haben aber natürlich auch großen Anteil!

4. Thomas Schaaf wird in Bremen irgendwann selbst zurücktreten.

Falsch.

Es ist ja schon ein paar Mal in diese Richtung spekuliert worden, aber ich glaube, Thomas wird nie freiwillig aufgeben – richtig so!

5. Unsere Mannschaft von 1993 könnte heute in der BL vorne mitspielen.

Falsch.

Das ist zwar ganz schwer zu sagen, aber ich glaube, der Fußball von heute ist einen Schritt weiter. Dafür hatten wir ein unglaublich verschworenes Team mit vielen großen Charakteren.

Ganz sicher bin ich also nicht 😉

6. Michael Ballack hat seine Karriere zu spät beendet.

Richtig.

Michael hätte ein besseres Karriereende verdient, dafür hätte er früher abtreten können. Allerdings hat seine schlimme Verletzung ihn davon abgehalten: so wollte er nicht aufhören – und das kann ich sehr gut nachvollziehen!

7. Jürgen Klopp ist wie ein moderner Otto Rehhagel

Richtig.

Habe ich schon versucht zu erklären!

8. In einer Mannschaft darf es keine Grüppchen geben.

Falsch.

Grüppchen wird es immer geben in einer Mannschaft, das allein ist noch kein Problem. In einem Kader von über 20 Spielern können nicht alle in gleicher Weise Freunde sein. Wichtiger ist aber, dass alle gegenseitigen Respekt haben und in die gemeinsame Philosophie vertrauen!

9. Die Nationalmannschaft hat schon lange keinen Titel mehr gewonnen, weil es keine wirklichen Führungsspieler gibt.

Falsch.

Es braucht nicht unbedingt einen Chef oder die Führungsspieler. Was es aber braucht ist eine Balance in der Struktur des Teams, also neben sehr technischen Spielern auch solche, die läuferisch, im Zweikampf und in der Balleroberung stark sind.

Und dann war da ja auch noch Spanien …

10. Wir brauchen ein einheitliches Lizensierungverfahren für ganz Europa.

Richtig.

Das ist noch ein weiter Weg, aber gemeinsame Regeln für Lizensierung und Financial Fairplay wären ein großer Schritt zu mehr Gerechtigkeit … ein großes Wort 😉

11. Ich hätte eine erfolgreichere Karriere gehabt, wenn ich verbissener gewesen wäre.

Falsch.

Manchmal denke ich selbst so, aber schließlich komme ich doch immer wieder zu dem Schluss, dass mir meine Gelassenheit mehr geholfen als geschadet hat. Im Übrigen ist Authentizität das Wichtigste, oder?

„5 aus 11“ … wird aufgelöst …

Das Spielchen scheint euch ja zu gefallen, das freut mich! Hier möchte ich die erste These auflösen:

7. Jürgen Kloop ist wie ein moderner Otto Rehhagel!

Auch wenn es viele überraschen wird, bin ich wirklich dieser Meinung. Natürlich gibt es viele Unterschiede zwischen den beiden und sie gehören natürlich auch unterschiedlichen Trainergenerationen an – da hat sich der Fußball, Trainingslehre, Medienaufmerksamkeit  usw. dramatisch weiterentwickelt. Außerdem kenne ich JK weniger gut als OR und kann deshalb nicht genau wissen, wie JK in der Kabine so tickt. Trotzdem sind sie sich in meiner Wahrnehmung in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich:

  1. Ihre Leidenschaft für den Fußball ist grenzenlos.
  2. Sie sind ihren Spielern menschlich sehr nahe.
  3. Beide sind trotzdem dominante Typen, die sagen wo es lang geht.
  4. Sie motivieren durch ihre sehr bildhafte und kreative Ansprache.
  5. Sie legen neben der fußballerischen Qualität sehr viel Wert auf den Charakter der Spieler.
  6. (Hoffentlich ohne ihnen Unrecht zu tun) Sie sind bessere Trainer als Spieler!

So, eine korrekte These habt ihr schon mal. Un damit sollte auch klar sein, dass ich These 3, die annimmt, dass Dortmund ohne Klopp genauso erfolgreich wäre, für groben Unfug halte!

Und denkt dran, manche Thesen halte ich vielleicht nicht für vollkommen falsch, aber sie sind zumindest fragwürdig.

Der Zug nach irgendwo

Jetzt wird es ziemlich schwierig und mathematisch. Ich bin gespannt, wie schnell ihr hinter die Lösung dieses Rätsels kommt!

Es geht um einen Zug, in dem übrigens unser Kaiser Franz sitzt und der mit konstanter Geschwindigkeit eine Bahnstrecke entlang fährt. An einem bestimmten Punkt an der Bahnstrecke stehen Uwe und Günter, Gerd liegt zu Hause mit Grippe im Bett.

In dem Moment, an dem sich die Zugspitze genau an dem Punkt bei Uwe und Günter befindet, laufen beide los.

Günter läuft in die Richtung, aus der der Zug kommt – Uwe läuft in die Richtung, in die der Zug fährt.

Natürlich ist der Zug schneller als die beiden laufen können. Deshalb wird auch Uwe irgendwann von dem Zug überholt. Günter, der dem Zug quasi entgegen läuft, erreicht natürlich zuerst das Zugende.

Günter ist genau 40 Meter von dem Ausgangspunkt aus gelaufen, als das Zugende ihn passiert.

Uwe läuft natürlich noch etwas weiter. Er ist 60 Meter vom Ausgangspunkt entfernt, als das Zugende auch ihn schließlich überholt.

Schauen wir uns die Situation noch mal an:

Eine wichtig Information habe ich noch vergessen:

Uwe und Günter laufen ebenfalls mit konstanter Geschwindigkeit und die beiden sind exakt gleich schnell!

Und nun die überraschende Frage: Wie lang ist der Zug?

 

„5 aus 11“

Ich habe mir noch ein neues Spiel überlegt, ich nenne es „5 aus 11“. Dabei werde ich euch 11 Thesen zum aktuellen oder grundsätzlichen Fußballgeschehen formulieren – und von 5 dieser 11 Thesen bin ich sehr überzeugt, die anderen geben meine Meinung nicht wieder, das heißt ich halte sie für falsch oder mindestens fragwürdig.

Ihr könnt dann ja mal raten, welche fünf Thesen wohl nach eurer Meinung meine Meinung wiederspiegeln. Aber natürlich könnt ihr auch mal kommentieren, welchen Thesen ihr selbst zustimmt und welche ihr für falsch haltet. Also los geht’s:

  1. Uli Hoeneß ist der beste Manager der Bundesligageschichte.
  2. Sammer und Bayern, das passt einfach nicht zusammen.
  3. Dortmund hätte ohne Klopp genauso viel Erfolg.
  4. Thomas Schaaf wird in Bremen irgendwann selbst zurücktreten.
  5. Unsere Meistermannschaft von 1993 könnte heute in der BL vorne mitspielen.
  6. Michael Ballack hat seine Karriere zu spät beendet.
  7. Jürgen Klopp ist wie ein moderner Otto Rehhagel
  8. In einer Mannschaft darf es keine Grüppchen geben.
  9. Die Nationalmannschaft hat schon lange nicht mehr gewonnen, weil es keine wirklichen Führungsspieler gibt.
  10. Wir brauchen ein einheitliches Lizensierungverfahren für ganz Europa.
  11. Ich hätte eine erfolgreichere Karriere gehabt, wenn ich verbissener gewesen wäre.

Da bin ich aber wirklich gespannt, was ihr so denkt, dass ich denke und was ihr so denkt über die Dinge selbst! 😉

Bayern schon wieder eine Übermannschaft?

Es ist inzwischen fünf Jahre her, da gewannen die Bayern zu Saisonbeginn in Bremen mit 4:0 und alle schrieben in den folgenden Tagen von der „Übermannschaft“ Bayern München. Nun haben die Bayern am vergangenen Wochenende wieder in Bremen gewonnen und stehen ohne Punktverlust an der Tabellenspitze.

Da habe ich mich erinnert, dass ich an dem Montag nach dem Spieltag der Saison 07/08 folgende Kolumne im Kicker geschrieben habe:

Von sogenannten Übermannschaften

Wissen Sie, was negatives Googeln ist? Bei diesem Spiel gibt man einen Begriff in eine Internetsuchmaschine ein und versucht möglichst wenige, aber mindestens einen Treffer zu erzielen.

Mit dem Unwort „Übermannschaft“ hätte man vor zwei, drei Monaten vermutlich noch ordentliche Ergebnisse erzielen können. Jetzt nicht mehr – 17.700 Treffer!

Welcher Medienvertreter auch immer als erster diesen Begriff im Zusammenhang mit dem neuen FC Bayern München verwendet hat, er hat eine Lawine losgetreten.

Selbstverständlich leugnen die Bayern selbst und auch die Konkurrenz jeglichen Wahrheitsgehalt dieser These: „Die Bayern sind keine Übermannschaft!“, heißt es übereinstimmend von Frings und Kahn. Trotzdem – diese Beteuerungen klingen  wahlweise ehrfürchtig (bei der Konkurrenz), wahlweise geschmeichelt (bei den Bayern).

Der 4:0 – Sieg der Bayern in Bremen wird vermutlich alle die bestärken, die die Bayern für unschlagbar erklären. Aber das ist natürlich nicht die Wahrheit. Das Spiel in Bremen hatte wie jedes Spiel seine besondere Geschichte: man sah eine sehr gute Bayern-Mannschaft mit einigen überragenden Akteuren, aus denen Franck Ribéry noch deutlich herausragte, und man sah ein angeschlagenes Werder-Team, das schon nach dem nicht ganz zweifelsfreien Elfmeter an Luca Toni, spätestens aber mit dem 0:2 in sich zusammenbrach und die Bayern zu einem ungefährdeten Sieg einlud.

Werder steht vor schweren Wochen und Bayern steht vor vielen grandiosen Siegen. Dennoch ist es eine Binsenweisheit, dass die Saison noch jung ist und viel passieren kann. Werder kann sich für die Champions League qualifizieren und wird vielleicht bald Fahrt aufnehmen und Bayern ist noch nicht Meister. Das hat auch Ottmar Hitzfeld in seinen wohltuend bescheidenen Aussagen nach dem Spiel bestätigt.

Also, liebe Kollegen in den Redaktionen: lasst das Wort „Übermannschaft“ mal lieber im Laptop, sonst wird es sicher zum Unwort des Jahres.

Und übrigens gelang mir kürzlich beim negativen Googeln mit einem anderen Begriff ein absolutes Topergebnis – nämlich nur 2 Treffer: der Begriff lautete „Außenseitermeister“!

Wird auch mal wieder Zeit, über Werder zu schreiben. Im Grunde haben sie bis hierhin das geschafft, was ich mir erhofft hatte: sie spielen mutig, treten als Team auf, begeistern (meistens) die Fans und geben uns allen jedenfalls das Gefühl, dass sich da eine Mannschaft entwickelt, die nach und nach wieder zum Herausforderer in der Liga werden kann.

Dass noch nicht alle Ergebnisse optimal sind und dass auch die Leistungen noch Schwankungen unterliegen, dürfte für alle, die sich ein wenig auskennen, keine Überraschung sein. Werder hat ein komplett neues und zudem sehr junges Team zusammengestellt, ein wenig Geduld ist also mehr als angebracht.

Schauen wir mal, wie sich alles in den nächsten Wochen entwickelt …