„Gewinnen macht mehr Spaß als verlieren“

Im Rahmen unserer Interviewreihe „Fußball und Führung“ lesen Sie heute den ersten Teil. Gerade vier Wochen im Amt hat TRAINER DOMINANT (TD) seinen Club ziemlich umgekrempelt. Blog.17 traf TD am Rande des Trainingslagers kurz vor dem Saisonstart.

blog.17:

Herr TD, können Sie uns bitte kurz einen Überblick geben, wie Sie mit ihrem Team arbeiten?

TD:

Wenn ich ein Team übernehme, muss ich die Dinge schnell in eine Richtung bringen von der ich überzeugt bin. Einer muss die Richtung vorgeben und die Verantwortung übernehmen und das bin nun mal ich! Das Team muss meinen Weg mitgehen, sonst funktioniert es nicht.

blog.17:

Sie haben sich in den ersten Wochen von einigen Spielern getrennt und die Mannschaft ziemlich radikal umgebaut.

TD:

Das war notwendig und ich bin überzeugt, dass es richtig ist. Wir sind alle Profis und da kann ich nicht immer Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten nehmen. Am Ende geht es um den Club. Der hat mich verpflichtet und wir alle müssen unseren Job machen, Trainer wie Spieler. Und der Job heißt Erfolg haben. Wenn da einer nicht mitzieht, muss man sich trennen.

blog.17:

Aber müssen Sie nicht auch die Spieler mitnehmen und Sie von Ihrer Strategie überzeugen?

TD:

Was heißt überzeugen, auch sie haben eine Aufgabe zu erfüllen. Wenn jeder seinen Job erledigt, haben wir alle gemeinsam Erfolg. Ich bin dafür verantwortlich, dass jeder weiß, was seine Aufgabe ist und alles dafür tut, sie zu erfüllen. Ich erwarte von meinen Spielern Disziplin und jeder muss sich dem gemeinsamen Ziel unterordnen.

blog.17:

Geht das nur mit Druck?

TD:

Druck haben wir immer, weil wir Erfolg haben wollen. Ohne Druck leistet der Mensch nicht maximal. Wir alle brauchen Druck, um Höchstleistungen abzuliefern. Fußball ist nun mal ein Wettbewerb. Wenn ich mich nicht wehre, verliere ich und mein Gegner gewinnt. Wer das nicht kapiert, sollte kein Profifußballer werden!

blog.17:

So werden Sie aber nicht unbedingt der Freund Ihrer Spieler!

TD:

Das ist auch nicht mein wichtigstes Ziel. Wichtiger ist Respekt und Verantwortungsgefühl für den Club. Das müssen auch die Spieler verstehen. Wir sind Profis und kein Kegelclub, wo es nur um Spaß geht. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass wir Spaß haben, wenn wir erfolgreich sind. Gewinnen macht mehr Spaß als Verlieren!

blog.17:

Vielen Dank für das Gespräch!

In der nächsten Ausgabe unserer Interviewreihe „Führung und Fußball“ treffen wir auf den TRAINER INITIATIV.

Die Bosta Matrix

Im Rahmen unseres Vortragstools Vorlage Fußball unterscheiden vier beim Thema Führung in Hinblick auf die beiden Dimensionen

Distanz – Nähe

Wandel – Dauer

vier unterschiedliche Prototypen von Führungskräften am Beispiel von Fußballtrainern:

dominant

initiativ

integrativ

gewissenhaft

Der Name BOSTA-MATRIX geht übrigens auf die beiden Erfinder Marco BOde und Thomas STAmmwitz zurück und ist natürlich angelehnt an das bekannte „Riemannsche Kreuz“.

Wir werden in den nächsten Wochen Interviews mit vier Trainern führen, die für unterschiedliche Führungsstile stehen. Am Ende unserer Reihe werden wir dann diskutieren, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Führungsstile mit sich bringen und der Frage nachgehen: „Welcher Führungsstil ist der beste?“

One Nation Cup

Alles begann 2005 damit, dass Bremen nicht wie geplant Spielort für die WM 2006 in Deutschland wurde. Wir Bremer waren damals alle ein bisschen enttäuscht, aber richtig getroffen hat es unseren leider viel zu früh verstorbenen früheren Werder-Präsidenten Dr. Franz Böhmert, denn ihm ist damals wohl persönlich versprochen worden, dass Bremen dabei sein würde, sofern die nötige Kapazität vorhanden wäre.

Ich erinnere mich noch, dass mich mein Freund Helmut Hafner, Berater des Bürgermeisters in der Senatskanzlei, darauf brachte, darüber nachzudenken, wie man diese Enttäuschung der Bremer auffangen könne. Zu Hause an meinem Schreibtisch, vor einem leeren Blatt Papier, hatte ich dann die Idee zum One Nation Cup, auch wenn er seinen Namen erst später von unserem deepblue-Texter Caspar Domizlaff erhalten sollte.

Die Grundidee des ONC war und ist bis heute, Fußball zu nutzen, um Jugendliche aus der ganzen Welt zusammen zu bringen, unabhängig von Sprache, Religion, Hautfarbe, kulturellem oder sozialem Background.

Und ganz unbescheiden kann man festhalten, dass die Idee wirklich aufgegangen ist: im vergangenen Jahr 2011 fand nach 2006 in Bremen und 2008 in Durban, Südafrika, bereits der dritte ONC wiederum in Bremen statt. Und jetzt beginnen wir gerade mit der Planung für den ONC 2013, der höchstwahrscheinlich in der Türkei, in der Bremer Partnerstadt Izmir stattfinden wird!

DIE WELT ZU GAST BEI FREUNDEN – das war das offizielle Motto für die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland und dieses Motto wollten wir auch in Bremen mit Leben füllen!

Beim ersten ONC 2006 in Bremen kamen U15-Jungen-Teams von allen Kontinenten der Welt für eine Woche nach Bremen, spielten Fußball, erlebten ein volles kulturelles Programm und lernten sich so kennen. Die Teams kamen aus Brasilien, Südafrika, Neuseeland, Japan, China und aus vielen europäischen Ländern. Ein besonderes Highlight war das große Abschlussfest auf dem Bremer Marktplatz, bei dem die Sieger aus Südafrika ihren Pokal auf dem Balkon des Bremer Rathauses präsentierten, wo sonst nur Werder Bremen seine Titel feiert. Unten auf der Bühne des Marktplatzes spielten dann noch Culcha Candela für alle Teams und Besucher des ONC 2006!

Zwei Jahre später ging der ONC auf Reisen und zwar zu den Siegern nach Südafrika. Ganz anders aber genauso schön war der zweite ONC 2008 in Durban, bei dem wiederum Mannschaften aus aller Welt mit dem Schwerpunkt Afrika zusammen zu kamen um Freundschaft zu schließen.

PLAY FOOTBALL – WIN FRIENDS – das war dann auch das Motto für den ONC 2011 in Bremen, das aber eigentlich für alle bisherigen Festivals gelten kann. Eine große, sehr erfolgreiche Neuerung brachte der ONC 2011: zum ersten Mal spielten auch Mädchenteams mit und man kann sagen, dass sie die Idee um Einiges bereicherten! Insgesamt 16 Teams kamen 2011 nach Bremen, 8 Mädchenteams und 8 Jungenteams – und wieder war die ganze Welt vertreten. Besonders gefreut hat uns zum Beispiel, dass auch ein Mädchenteam aus Japan dabei war. Zuerst hatten sie kurz nach der Katastrophe von Fukushima abgesagt aber dann waren sie schließlich doch gekommen und wurden schnell zu Publikumslieblingen!

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie es mit dem ONC 2013 weitergeht. Schaut auf jeden Fall auch noch mal auf unsere Website www.onenationcup.de!

Das Ziegenproblem

Unsere vier Helden Günter, Franz, Uwe und Gerd sind diesmal Kandidaten in einer TV-Spielshow. Der Moderator, nennen wir ihn Heribert, zeigt drei Tore und erläutert, dass hinter einem Tor der Hauptpreis, vier Karten für das Champions League Finale, liegen, hinter den anderen findet man Nieten.

Wählt ein Tor aus!

… spricht Heribert und nach kurzem Zögern wählt Franz ein Tor aus. Die anderen drei wundern sich ein wenig, warum Franz ganz allein entschieden hat, akzeptieren dann aber seine Entscheidung.

Heribert schmunzelt unsere Helden kurz an und sagt dann …

Ich werde nun eines der beiden anderen Tore öffnen, natürlich ein Tor, das eine Niete enthält, und dann habt ihr die Chance eure Entscheidung noch einmal zu überdenken.

Das tut Heribert dann auch. Er öffnet eines der beiden Tore, das Franz nicht gewählt hatte und präsentiert tatsächlich eine Niete.

Nun, was macht ihr jetzt? Bleibt ihr bei dem Tor, das ihr gewählt habt oder entscheidet ihr euch für das andere verbliebene Tor?

Bei diesem Angebot geraten Franz, Günter, Uwe und Gerd vollends in Streit, was zu tun ist.

Franz:

Meine Entscheidungen sind niemals falsch. Wir bleiben bei meinem Tor!

Gerd:

Also ich würd auf jeden Fall wechseln, da steigen unsere Chancen beträchtlich!

Günter:

Unsere Chancen sind doch immer 50:50, völlig egal, was wir tun, der Heribert will uns nur reinlegen!

Uwe soll schließlich entscheiden, was zu tun ist. Welcher seiner drei Freunde hat Recht?

What is it about Teams?

Diese Auszüge stammen aus einem Vortrag, den ich vor Führungskräften eines niederländischen Unternehmens gehalten habe.

Never before in the history of the workplace has the concept of teamwork been more important to the functioning of successful organisations.

You will believe me that this idea that I found in the introduction of a book on High Performing Teams always was true at least for my workplace. I was always a part of various teams and experienced directly how they work. Not all the teams I have played with were really high performing. I also experienced teams that were ineffective and frustrating and consequently produced bad results.

1+1=3  “The whole is greater than the sum of its parts!” (Aristotle)

TEAM = Together everyone achieves more (acronym)

TEAM = Toll, ein Anderer macht’s!

Overview of the 5 Principles (Jenewein/Heidbrink 2008)

First I will give you an overview of the five principles and their relations, then we can describe and discuss each principle in detail and have a look at some best cases from the football world.

Step 1:    Give yourself a clear PURPOSE! 

Why do we exist?

Step 2:    Find the right PEOPLE with consequence!

How do we build the best team?

Step 3:    Put them in the best PLACES!

What is the perfect role for each team member?

Step 4:    Bring the team into PROCESS!

What are the rules of our team and how do we communicate and argue?

Step 5:    Maintain PERFORMANCE!

How can we reach long-term success and grow as a team?

Best Case (Purpose): Germany World Cup 2006

When you start a project or a company, when a group of individuals comes together you need to find answers to the following questions:

  • What is the reason for us to work together in a team?
  • What are our goals? What do we want to reach?
  • What is our task? What is our passion?

It is one first and important characteristic of High Performing or Winning Teams that they have a clear picture about why they exist.

When Jürgen Klinsmann took over the German National Team in 2004, two years before the World Cup 2006 in Germany he announced in the first press conference:

We want to be World Champion in 2006!

Germany, fans and press, were astonished, because at that time (after Euro 2004) Germany just has had some really poor performances and the German team was considered to be more or less average.

Klinsmann had invented a clear picture, a clear goal and he never gave it up afterwards, even in times when the team struggled and lost he defended the goal of winning the cup in Germany.

But what is important, when he started working with his team, he not only used this goal but he additionally built a clear vision and mission around it – and that I think is typical for Winning Teams: Everybody needs to know why the team is there and identify with the vision, mission and goals!

Vision:          

Make German Football “big” again. German fans should be proud of the German team. Every child in Germany should have the “dream” to be part of this team.

Mission:          

We play offensive, modern football, take risks and show passion. We believe in our strength and show self confidence.

Goal:                       

We want to win the World Cup in Germany!

Start in die Jubiläumssaison

50 Jahre Bundesliga – gerade rechtzeitig zur neuen Saison bin ich aus dem Urlaub zurück, das Werder-Spiel gegen den Meister Dortmund habe ich noch in Italien geschaut!

Mein Club Werder Bremen hat dabei trotz der knappen Niederlage einen ziemlich guten Start hingelegt. Wegen meines Urlaubs habe ich von der Vorbereitung (die ja sehr offensichtlich vielversprechend verlief) und der Pokalpleite in Münster (gar nicht so vielversprechend) kaum etwas mitbekommen – deshalb waren die 90 Minuten in Dortmund für mich der erste wirkliche Eindruck der neuen Mannschaft. Und dieser Eindruck macht mich sehr optimistisch, dass Werder in der 50. Ausgabe der Bundesliga nach zwei problematischen Jahren wieder einen Schritt nach vorne machen wird! Nicht mehr und nicht weiniger als das!

Die „Werder-Zäsur“ des Sommers war deutlich und mutig. Aber sie war nicht nur notwendig, sondern scheint auch gut zu funktionieren: die Trennung von früheren Stars war wirtschaftlich, in vielen  Fällen auch sportlich richtig und die Neuverpflichtungen, allesamt aus der Kategorie „keine Stars, aber viel Potenzial“, deuteten an, dass sie Werder nach vorne bringen wollen und können.

Selbstverständlich darf man nicht den Fehler machen, zu viel von diesem neuen Team zu erwarten. Sollte sie dauerhaft im oberen Drittel mitspielen, wäre das wohl eher eine Überraschung. Es geht zunächst vor allem darum, den negativen Trend der vergangenen Spielzeiten zu drehen und sich selbst und den Fans zu signalisieren, dass an der Weser wieder etwas aufgebaut wird. Ein Team, das hungrig ist, als verschworene Gemeinschaft auftritt und sich durch einsatzfreudigen und mutigen Fußball auszeichnet, kann die Zuschauer im Weserstadion auf Neue begeistern und verlorene Sympathien zurückgewinnen.

Ich war schon immer davon überzeugt, dass für den Aufbau eines erfolgreichen (Fußball-) Teams neben den individuellen fußballerischen Fähigkeiten der einzelnen Spieler auch und besonders der Charakter der Spieler und der Zusammenhalt des Teams entscheidend für den Erfolg sind.

Ein erfolgreiches Team (ich nenne das dann ein „Winning Team“) hat eine grundlegende Philosophie, die gekennzeichnet ist durch gemeinsame Werte und Regeln des Teams. An diesen Werten und Regeln hält das Team fest und alles andere baut darauf auf. Ob diese Werte vom Trainer vorgegeben werden oder aus einer Diskussion des Teams entstehen, ist nicht so entscheidend. Fußballteams sind selten demokratisch! Wichtig ist, dass die gemeinsame Basis von allen getragen werden kann, weil alle davon überzeugt sind. Ein solches Winning Team kann dann auch mit Niederlagen und kleinen Krisen umgehen, weil es sich immer wieder auf die einmal definierte Basis besinnen kann!

Ich werde auf das Thema „Wie baue ich ein Winning Team?“ noch ausführlicher eingehen, aber ich denke, dass der erste Spieltag allen Werderfans Mut gemacht hat, dass Werder in dieser Hinsicht auf einem guten Weg ist.

Vielleicht mag viele überraschen, dass die aktuelle Zäsur wiederum von Thomas Schaaf durchgeführt wird und man nicht auch in der Führung völlig neu begonnen hat. Wir in Bremen stehen aber nun mal auch für Kontinuität. Da, wo andere Clubs schnell den Trainer auswechseln und die Mannschaft unangetatstet lassen, haben wir nun den Versuch unternommen, am Trainer festzuhalten und stattdessen die Mannschaft neu zu strukturieren. Das ist ein spannendes Experiment und ob dieses Experiment erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Ein Detail am Freitag im Spiel gegen Dortmund, nämlich das ungewöhnlich emotionale Jubeln von Thomas Schaaf nach dem Ausgleich, zeigte aber schon sehr deutlich, wie engagiert und motiviert Thomas Schaaf die Arbeit mit dieser neuen Mannschaft angeht. Das ist das beste Zeichen für die These, dass er nach wie vor genau der Richtige für Werder ist!

Die Analogien des Schachspiels

Als Felix Magath vor mehr als zehn Jahren unser Trainer bei Werder war, hat er uns in einer Mannschaftssitzung sehr anschaulich von den Analogien zwischen Fußball und Schach berichtet. Ich glaube mich zu erinnern, dass er davon berichtete, dass er Schach in einer Zeit erlernt hatte, als er im Fußball wegen einer Verletzung länger pausieren musste.

Wichtig waren für ihn im Schach wie im Fußball die drei Kategorien Raum, Zeit und Kraft.

Tatsächlich sind das Schachspiel und das Fußballspiel zunächst räumlich begrenzt auf den jeweiligen Spielfeldern, also den 64 Schachfeldern des Schachbretts einerseits und dem Fußballfeld andererseits. In diesen Grenzen müssen sich die Figuren des Schachspiels und die Spieler des Fußballspiels bewegen. „Alles außerhalb ist Kokolores!“, könnte Otto Rehhagel ergänzen.

Der Faktor Zeit bedeutete für Magath vor allem, dass es darauf ankomme, in beiden Spielen einen Tempovorsprung gegenüber dem Gegner erreichen zu wollen. Das ist wirklich nicht trivial, sondern ein ganz spannender Gedanke.

Im Schach startet Weiß ja bekannterweise mit dem ersten Zug und hat dadurch einen minimalen Tempovorsprung. Wegen dieses Tempovorteils gilt für Schwarz bei ähnlicher Spielstärke der Spieler ein Remis (Unentschieden) als sehr ordentliches Ergebnis und „schwarze Eröffnungen“ heißen deshalb Verteidigungen. Alle Eröffnungsstrategien im Schach haben immer mehr oder weniger mit dem Tempo zu tun: Weiß versucht sich schnell zu entwickeln und seine Figuren in Position zu bringen, Schwarz versucht dabei noch den temporalen Nachteil des Nachziehenden aufzulösen.

Ganz ähnlich im modernen Fußball: Hat man Ballbesitz versucht man schnell zu kombinieren, den Ball laufen zu lassen, durch schnelle Kombinationen, am besten noch durch schnelles vertikales Spiel, zum Abschluss zu kommen. Dass heutzutage die (Ball-Kontakt-) Zeit gemessen wird, die angibt, wie lange sich Spieler am Ball „aufhalten“, ist ein Zeichen für die wichtige Rolle des Tempos im Fußball. Ballmitnahme, Passpiel, Dribbling – immer deutlicher müssen Fußballer in der Lage sein, alle Anforderungen des Spiels in höchstem Tempo zu bewältigen, ansonsten wird das heute ebenso praktizierte Spiel gegen den Ball des Gegners erfogreich sein.

Und was hilft dem Fußballer bei der Bewältigung dieser Anforderungen? Kraft! Dieser etwas merkwürdig anmutende Begriff, der nicht recht zu passen scheint, bedeutete für Felix Magath die Summe aus Technik, Kondition und taktischen Fähgkeiten (so jedenfalls meine Erinnerung!).

Richtig ist, dass Technik, Kondition und taktisches Verständnis zweifellos hilfreich sind, wenn es für Fußballer darum geht, auf dem Platz (im Raum) schneller (zeitlich effektiver) und erfolgreicher zu sein als der Gegner! Wer den FC Barcelona in den vergangenen Jahren spielen gesehen hat, muss dieser These einfach zustimmen.

Beim besten Willen kann ich mich nicht mehr erinnern, was Magath zum Thema Kraft im Schach als Analogie gesehen hat, aber eigentlich kann es nur um die Fähigkeiten des Schachspielers gehen, der die Figuren auf dem Raum des Schachbretts bewegt, immer auf der Suche nach einem Tempogewinn, der schließlich zum Vorteil und Gewinn der Partie führt. Und deshalb ist Kraft dort wohl zum Beispiel so etwas wie Aufmerksamkeit, Theoriekenntnis oder Erinnerungsvermögen.

Was die Beutung der Intuition für beide Spiele angeht, denke ich, dass das einen eigenen Artikel Wert ist!

Außerdem sei noch angemerkt, dass Felix Magath und ich zwar die Leidenschaft für das Schachspiel teilen, aber gegeneinander gespielt haben wir nie. Andi Herzog fragte FM mal im Trainingslager, ob er denn nicht eine Partie gegen mich spielen wolle. Die Antwort von unserem Trainer war trocken und leicht furchteinflößend, wie wir es von ihm gewohnt waren:

Glaubst du denn, dass es gut für euch wäre, wenn Marco gegen mich gewinnen würde?

Also ein anderes Mal … in jedem Fall beginne ich alle meine Partien mit Weiß mit dem Zug e2-e4, weil das einfach der beste Zug ist!