Fußball – ein einfaches Spiel?

 

Eine Kolumne (lat. Säule!) ist eine journalistische Kleinform. In einer einzigen Spalte muss es dem Autor gelingen, seine Meinung pointiert zum Ausdruck zu bringen. Das ist selbst beim Thema Fußball (denn um den geht es hier in dieser Kolumne!) nicht ganz einfach,  denn der moderne Fußball ist komplex, manchmal gar kompliziert. Es kommt auf viele Kleinigkeiten an und alles hängt irgendwie zusammen: „Wenn ich mir am Hintern ein Haar ausreiße, tränt mir das Auge!“, sagte schon die Trainerlegende Dettmar Cramer.

Und der Fußball wird heutzutage nicht mehr nur sportlich wahrgenommen, sondern je nach Betrachter nähert man sich dem Spiel psychologisch, ökonomisch, pädagogisch, medizinisch oder manchmal  auch politisch.

Wie auch immer, für einen Kolumnisten ein Schlaraffenland an Themen!

Andererseits liegt ein Großteil der Faszination des global erfolgreichsten Sports aller Zeiten in seiner Einfachheit. Jedes Kind versteht die Regeln in Minuten  und die historisch bedeutsamsten Sätze zum Fußball beziehen sich auf eben diese Einfachheit, sei es, dass ein Spiel 90 Minuten dauert, der Ball ins Tor muss oder derselbe rund ist.

Daran hat sich seit mehr als 100 Jahren nichts geändert – und das ist auch gut so.

Denn trotz modernster Stadien, trotz Konzeptfußballs à la Jogi Löw, trotz Public Viewing und der Dominanz der Business-Loge  bleibt der Fußballfan im Herzen eher Traditionalist: nur was ich wirklich kenne, kann ich lieben. Etwas, das sich ständig ändert, entgleitet mir.

Nur seine Einfachheit und die konservative Haltung zu seinen Wurzeln ermöglichen, dass wir immer wieder neu, bei jedem Spiel unseres Teams gespannt sind, wie es wohl ausgeht und nachher immer wieder leidenschaftlich diskutieren, warum es ausging wie es ausging.

Wahre Fußballfans sind subjektiv immer auch Fußballexperten! Und seien es nur solche, die hinterher genau erklären können, warum ihre Prognose falsch war!

Doch was nun? Ist das nicht alles ein wenig paradox? Ist der Fußball nun einfach oder komplex – oder beides?

„Jede Seite hat zwei Medaillen!“, sagte Mario Basler einmal!

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